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Aus-Bilden des
In-Bildes
Vielfach fragen Menschen in ihrem
alltäglichen Dasein, daß sich ihr Leben, vielleicht auch ihr
berufliches Tun in einer Weise verändern möge, wie es ihrem
immer stärker spürbaren inneren Drängen mehr entspricht, als es unter
den für sie momentan gültigen Alltagsumständen der Fall ist. Es mag
sein, daß sie sich orientieren und informieren, ob eine zusätzliche
Schulung oder eine neue Ausbildung eine adäquate äußere Paßform für
ihre Veränderungs- und Wandlungsimpulse darstellen kann. Ihnen ist
wichtig, sich der Kraft jener inneren Bewegungen zu stellen, von
denen durchzogen sie ihr Leben vom Grunde her neu erfahren. Auch kann
es geschehen, daß die bisher gültige geradlineare Gleichförmigkeit
des alltäglichen Daseins-Vollzuges an Grenzen gestoßen ist, die eine
Fortsetzung der "Nur-Normalität" verunmöglichen. Die erspürte
Ur-Kraft kann in einer Potenzierung wahrgenommen werden wollen, für
die psychologische Kategorien eines innerpsychischen Geschehens
nicht mehr hinreichen und der Mensch sich genötigt sieht, von
"absoluten, transzendent-immanten, überpersönlichen Vorgängen" zu
sprechen. Spätestens jetzt richtet sich sein Bedürfnis nicht mehr nur
intentional auf die Erlangung eines zusätzlichen Ausbildungs-Abschlusses, sondern auf das Durchschreiten eines
Stufenganges der Entwicklung, innerhalb dessen sich sein Mensch-Sein
in einem Transformationsprozeß grundlegend wandeln darf. Dieser
innere Werdegang – das Aus-Bilden des In‑Bildes – bestimmt von nun an
die Schrittfolge; "Ziel" ist, das auslotbare Profil der persönlichen
Berufung zu ertasten, um dieselbe in einer gültigen konkreten Gestalt
inmitten des je eigenen Lebensfeldes bewährend umsetzen zu können.
Eine solche – zunächst und immer wieder intentionsfreie – Perspektive
gestattet einen völlig neuen Zugang zur individuellen Lebenswahrheit.
Der Wunsch, sich zum Initiatischen
Therapeuten auszubilden, stellt eine wichtige Selbstwahrnehmung dar,
die oftmals einhergeht mit dem Empfinden, das persönliche Leben in
neue Fundamente, in neue Wertehierarchien einfassen zu wollen. Im
Verlaufe des Ausbildungs-Prozesses gilt es, zu einer
Unterscheidungsqualität gelangen zu dürfen, die deutlich werden läßt,
von welcher Berufungs‑Kraft der geäußerte Ausbildungs‑Wunsch
durchseelt ist. Die Ausbildungs-Arbeit kann darin bestehen, das
eigentliche Profil der persönlichen Lebenswahrheit zu erkennen und es
zur Ausgestaltung zu bringen; mit anderen Worten: das In-bild
auszugestalten. Ist der Mensch in der Lage, sich auf sein tieferes
Gemeint‑Sein einzulassen, wird ihm das Geschenk eines "Ankommens in
sich selbst" zuteil, das sich ggf. sogar in einem völlig anderen
Berufsbild konkretisieren will, als der Betreffende es sich anfänglich
vorgestellt hatte. Andererseits kann es auch geschehen, daß er
erkennt, in seinem derzeitigen Beruf durchaus am rechten Platz zu
sein, wenn es ihm gelingt, diesen in einer anderen Weise und mit
anderen, modifizierenden Akzenten auszuüben.
So sich jedoch in dem Wunsch,
Initiatischer Therapeut werden zu wollen, der dem Menschen immanente
Seins‑Auftrag mitteilt, wird der Ausbildungsweg ein von innen her
sich stufenweise durchsetzendes Freilegen derjenigen Kompetenzen
beinhalten, durch die der Ausbildungs-Kandidat schon seit jeher
WEG‑Begleiter IST, sich dieser Wahrheit nun eingedenk werden und
sie in seinem Leben konkrete Gestalt annehmen lassen darf. |